Was ist IPAK?
IPAK – Zukunft für Bosniens Jugend e.V. ist eine Jugendinitiative, die sich 1995 im deutschen Mosbach gegründet hat. IPAK (zu Deutsch: trotz allem) ist die Antwort auf das schreckliche Massaker, bei dem am 25. Mai 1995 in Tuzla 71 Jugendliche getötet und über 250 schwer verletzt wurden: Trotz aller Schwierigkeiten soll versucht werden, Jugendlichen in Bosnien-Herzegowina lebenswerte Perspektiven zu vermitteln, so dass sie motiviert sind, Ihre Zukunft selbst in die Hand zu nehmen und ihr Land wieder aufzubauen. Dieses Ziel soll mit Projekten der beruflichen Bildung sowie Jugend und Friedensarbeit verfolgt werden.Kapija-Platz in Tuzla

Seit der Gründung von IPAK haben über 1000 bosnische Jugendliche an Angeboten der beruflichen Bildung (Schreinerlehrgang, Solarkollektorenbau, Computer-, Sprach- und Fotokurse) und Jugendarbeit (internationale Jugendbegegnungen, Workcamps in Deutschland, Schweiz und Bosnien, Training in ziviler Konfliktbearbeitung und Teamarbeit) teilgenommen.

Ein weiterer Schwerpunkt der Arbeit ist die Förderung der Solidarität und der Völkerverständigung zwischen schweizer, deutschen und bosnischen Jugendlichen. Neuerdings gibt es auch erste Ansätze für Jugendbegegnungen zwischen Jugendlichen aus dem serbischen und dem bosnisch-kroatischen Teil Bosnien-Herzegowina. Die Zukunft dieses Landes hängt entscheidend davon ab, ob Versöhnung unter der jungen Generation gelingen wird. Bis dahin ist noch ein langer Weg, für den wir jedoch bereits viele Ideen haben....


 



Jugendzentrum Simin Han

Momentan leben in Simin Han einem Vorort von Tuzla 12000 Menschen. Davon sind nur 10% Einheimische, die restlichen 90% sind Flüchtlinge aus den besonders heftig umkämpften Gebieten im heute serbischen Teil Bosnien-Herzegowinas (Zvornik, Srebrenica). Die Jugendlichen dort haben den Krieg auf besonders grausame Art erlebt: Sie hatten nie eine richtige Jugend und tragen nun oft die Verantwortung für ihre Familien, da sie einen oder beide Elternteile im Krieg verloren haben. Schul- oder Ausbildung mussten sie während des Krieges abbrechen und sind nun ohne wirkliche Lebens- oder Zukunfts-perspektive.Jugendzentrum Simin Han

Der offene Jugendtreff ist das kulturelle Zentrum für junge Menschen zwischen 14 und 25 Jahren aus Simin Han und Umgebung. Grundlage der Arbeit ist das Modell der zivilen Konfliktbearbeitung. In Workshops sollen mit den Jugendlichen verschiedene Methoden der gewaltfreien Konfliktlösung erarbeitet werden. Auf ihre Anregung hin und unter ihrer Mithilfe werden Freizeit und Weiterbildungsangebote erstellt, die ihnen Perspektiven vermitteln und sie ihren Alltag wenigstens für einige Stunden vergessen lassen.

Die bosnischen MitarbeiterInnen sollen als ständige Ansprechpartner für die Jugendlichen da sein und mit ihnen zusammen Angebote erarbeiten oder Veranstaltungen durchfüh-ren. Den Jugendlichen sollen durch die eigenverantwortliche Ausführung von Projekten wieder Selbstvertrauen und Motivation zurückgegeben werden.

Neben den bosnischen MitarbeiterInnen und Honorarkräften arbeiten im Jugendzentrum Simin Han auch regelmässig PraktikanntInnen und ehrenamtliche HelferInnen aus dem Ausland.

Jugendzentrum in Križevici
Viele Jugendliche müssen zurzeit in die serbischen Gebiete zurückkehren. Aus diesem Grund hat IPAK mit Hilfe von SHL in Križevici ein zusätzliches Jugendzentrum im Dezember 2004 eröffnet. Dort müssen ehemals verfeindete Gruppen wieder lernen zusammenzufinden. Dieses Versöhnungsprojekt ist von grösster Wichtigkeit und bedarf grösster Sorgfalt.

Jugendzentrum in Krizevici

IPAK – Projekte
Für die Organisation und Koordination der Projekte in Tuzla ist die Direktorin Lahira Sejfija, zuständig.

In den Jugendzentren Simin Han und Krizevici gibt es regelmässig folgende Kreativ- und Weiterbildungsangebote für die Jugendlichen:
- Musikwerkstatt
- Tanz und Folkloregruppe
- Fotokurs
- Sprachkurse (Englisch, Deutsch)
- Informatikkurse
- Argrarkurse
- Schreinerworkshops

- Kreativworkshops

PC Kurs in Simin Han

Daneben bieten die Häuser als offene Jugendtreffs eine grosse Anzahl von Spielmöglichkeiten, wie z.B. Tischtennis, Kicker, Darts und Gesellschaftsspiele. Es finden Discoabende statt, die auch viele Jugendliche aus der weiteren Umgebung anziehen.

In einem inzwischen erfolgreich abgeschlossenen Schreinereiprojekt konnten 15 Jugendliche eine Ausbildung als Tischler absolvieren. Fünf Jugendliche fanden nach Abschluss sofort eine feste Arbeitsstelle, oder konnten aufgrund der umfassenden Ausbildung einen Arbeitsplatz in anderen Bereichen finden. Das Projekt wurde von Organisationen im In- und Ausland als absolut innovativ bezeichnet, da die Lehrlinge nicht nur eine sehr gute theoretische Ausbildung erhielten, sondern diese durch einen intensiven Praxisunterricht ergänzt wurde, was in dieser Region bisher nicht üblich war.

Projektbeispiel: Small Business School:
Als Ergänzung zu den praktischen Ausbildungsangeboten gab es einen mehrmonatigen Kurs, in dem Grundlagen der Betriebswirtschaft vermittelt werden. Dies beinhaltete u.a. Computer- und Sprachkurse (Englisch, Deutsch), Marketing, Finanzierung und Management. Damit soll den Jungen ermöglicht werden, sich für Kredite zu qualifizieren, die derzeit von Hilfsorganisationen für die Gründung von Kleinbetrieben vergeben werden.

Projketbeispiel: Werkstatt der Demokratie:
Es gab eine Reihe von Seminaren zu den Themen Demokratie und Formen der Mitbestimmung, die Jugendlichen einen Anreiz geben sollen, politisch selbst aktiv zu werden.

Lokale Organisation IPAK-MGB Bosnien-Herzegowina:
Im Februar 2001 wurde eine bosnische Organisation mit Sitz in Tuzla, deren Vorstand aus Personen des öffentlichen Lebens, Pädagogen und Jugendlichen besteht geggründet.
Die lokale Organisation arbeitet derzeit bereits an einem Projekt zur Schulung von Jugendlichen als LeiterInnen von Jugendgruppen. Geplant ist ausserdem ein Mediationsprojekt in Zusammenarbeit mit Schulen im bosnisch-kroatischen und im serbischen Teil des Landes. Im Frühling 2006 wurden alle Operativen Geschäfte vom IPAK e. V. Deutschland an die Lokale Organisation IPAK-MGB übertragen.

Rolle von IPAK Schweiz
In der Schweiz beschlossen sich einige Leute Projekte mit IPAK-MGB zu machen. Unter anderem fand im Jahr 2003 ein Festival in Krizevici statt. Im aargauischen Bad Zurzach wurde eine Interessensgemeinschaft geführt. Jedoch die Gruppe bestehend aus Thomas Gautschi, André Wetli und Simon Fischer musste sich entscheiden, ob ein Verein gegründet werden sollte. Leider konnten keine Leute motiviert werden, sich an einen Verein zu binden. Seit dem Jahr 2005 wird die Website www.ipak.ch laufend aktualisiert und private Kontakte nach Tuzla gepflegt. Falls jedoch ein grösseres Projekt ansteht, werden wir eine Beteiligung prüfen.

Adresse:
IPAK - Mladost gradi buducnost
Patriotske lige 10
BA-75000 Tuzla
Bosnia and Hercegovina
http://www.ipak-mgb.ba
http://www.krizevici.com
>>email<<